Kassetten

Die Aufgabe der Kassette ist es, die Zugkraft die durch das Treten von der Kurbel auf die Kette wirkt in ein Drehmoment zu wandeln und auf das Hinterrad zu übertragen. Da der Mensch nur in einem bestimmten Drehzahl- und Drehmomentbereich effizient "funktioniert", hat die Kassette unterschiedlich große Ritzel welche durch das Schaltwerk angesteuert werden. Ziel ist es bei unterschiedlichen Steigungen und Geschwindigkeiten durch die richtige Gangwahl die Drehzahl und das Drehmoment konstant zu halten.

SRAM XD Standard und Kompatibilität

Aktuell gibt es im Mountainbikebereich zwei verschieden Montagestandards für die Kassette:

Shimano / SRAM Steckkranz Standard
Für die Verwendung von 9-fach und 10-fach Kassetten mit einem kleinen Ritzel von mindestens 11 Zähnen. Die Freilaufkörper für 9-fach und 10-fach Kassetten sind identisch breit. Da die Außenlaschen einer 10-fach Kette im Vergleich zu einer 9-fach Kette etwas schmaler sind, sind auch die Abstände zwischen 2 Ritzeln bei einer 10-fach Kassette etwas schmaler, wodurch auf den gleichen Freilauf sowohl 9-fach als auch 10-fach Kassetten montiert werden können.

SRAM XD
Nur passend für die aktuellen SRAM 1 x 11 Antriebsysteme nimmt der XD Freilauf eine 11-fach Kassette auf. Der Freilaufkörper ist am Ende verjüngt, um die Verwendung eines kleinen Ritzels mit nur 10 Zähnen zu ermöglichen.

Die richtige Abstufung hängt vom Einsatzzweck ab

Abstufung
Je nach Laufradgröße, Einsatzbereich des Fahrrads oder auch Vorlieben kann durch die Verwendung von Kassetten mit verschiedener Abstufung das Drehmoment oder auch die Drehzahl beeinflusst werden.
Grundsätzlich gilt:

1. Je größer das Ritzel (bei gleichbleibender Kurbeldrehzahl) umso geringer die Geschwindigkeit.
2. Je größer das Ritzel (bei gleichbleibender Tretkraft) umso größer das Drehmoment.
3. Je kleiner das Ritzel (bei gleichbleibender Kurbeldrehzahl) ums größer die Geschwindigkeit.
4. Je kleiner das Ritzel (bei gleichbleibender Tretkraft) umso geringer das Drehmoment.

Das heißt:
1. Wer bei gleicher Kurbeldrehzahl langsamer fahren möchte, montiert eine Kassette mit einem größeren großen Ritzel.
2. Wer bei gleicher Tretkraft mehr Drehmoment am Hinterrad wünscht, montiert eine Kassette mit einem größeren großen Ritzel
3. Wer bei gleicher Kurbeldrehzahl schneller fahren möchte, montiert eine Kassette mit einem kleineren kleinsten Ritzel (wer bereits eine Kassette mit 11 Zähnen als kleinstes Ritzel verwendet, muss auf ein größeres Kettenblatt zurückgreifen).
4. Wer bei gleicher Tretkraft weniger Drehmoment am Hinterrad wünscht, montiert eine Kassette mit einem kleineren großen Ritzel.

Kapazität / Gesamtübersetzung
Um sowohl an steilen Anstiegen als auch bei Abfahrten eine vernünftige Drehzahl  / Drehmoment Kombination zu erreichen, haben Mountainbike-Kassetten eine große Kapazität, welche durch große Gangsprünge erreicht wird. Die Kapazität ergibt sich aus der Zähnezahl des großen Ritzels geteilt durch die Zähnezahl des kleinsten Ritzels. Eine Kassette von 32 bis 11 Zähne hat somit beispielweise eine Kapazität von 291 % (32 : 11 = 2,91), heißt der letzte Gang ist 2,9 x schneller als der erste Gang. Zusammen mit der Kapazität der Kettenblätter an der Kurbel ergibt sich eine Gesamtübersetzung.


Kleinstes RitzelSingle-Speed

10

11

Größtes Ritzel
42
23
25
2628323436
1-Fach100%420%209%227%236%255%291%309%327%
2-Fach (26-38)146%306%332%345%372%425%452%478%
2-Fach (39-52)133%279%303%315%339%388%412%436%
3-Fach (24-32-42)175%366%398%414%445%509%541%573%
Kleinstes RitzelSingle-Speed

12

Größtes Ritzel252627283236
1-Fach100%208%217%225%233%267%300%
2-Fach (26-38)146%304%317%329%341%390%438%
2-Fach (39-52)133%278%289%300%311%356%400%
3-Fach (24-32-42)175%365%379%394%408%467%525%

Grau = Keine gewöhnliuche Kombination
Rot = Mögliche MTB-Kombination
Blau = Mögliche Rennrad-Kombination

Steighilfen ermöglichen das Schalten unter Last

Um am Berg von einem Ritzel auf ein anderes zu Schalten, muss Dein Schaltwerk ordentlich arbeiten. Auch wenn man es vermeidet unter Volllast zu schalten, kann es in manchen Situationen vorkommen, dass es nicht möglich ist, den Antrieb zum schalten kurz zu entlasten. Trotzdem muss das Schaltwerk die Ketten möglichst schnell und sicher von einem auf's andere Ritzel fördern ohne das die Kette durch rutscht. Moderne Schalterke bekommen das meist problemlos auf die Kette, allerdings hängt die Schaltperformance trotzdem auch von den Gangsprüngen der Kassette ab. Unterstützt wird der Schaltvorgang durch Steighilfen, die mittlerweile an fast jeder modernen Kassette zu finden sind.

Gangsprünge
Der Gangsprung beschreibt den Abstand zwischen zwei nebeneinander liegenden Ritzeln. So hat eine 9-fach Kassette von 11-32 Zähnen kleinere Gangsprünge als eine 9-fach Kassette mit 11-36 Zähnen.

Steighilfen
Um einen sauberen und leichtgängigen Wechsel zwischen 2 Ritzeln zu gewährleisten, haben alle Kassetten Steighilfen. Dies sind meist  abgeflachte Zähne und Ausfräsungen welche eine spezielle Form haben und der Kette bei Wechseln auf das nächste benachbarte Ritzel helfen.  

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